Berlin-Women: Melli Beese (1886-1925)

Melli Beese (Hedwig Amalie Beese) machte 1911 im Alter von 25 ihren Pilotenschein. Eine Revolution, denn damit war die Tochter eines Architekten die erste ausgewiesene Pilotin in Deutschland. Melli Beese hatte Bildhauerei studiert, Hochsee-Segeln gelernt und als Externe Mathematik- und Technikseminare an der Dresdner Universität besucht. 1912 gründete sie in Berlin-Johannistal ihre eigene Flugschule, stieg erfolgreich in den Flugzeugbau ein und entwickelte ein Flugboot. 1913 heiratete sie ihren Teilhaber Charles Boutard und nahm die französische Staatsbürgerschaft an. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wurde das Paar als „staatsfeindlich“ interniert und verlor alle Lizenzen. Nach Kriegsende kämpfte Melli Beese vergeblich darum, wieder auf die Füße zu kommen. Der deutsche Staat verweigerte ihr eine Entschädigung, ihr Projekt einer Weltumkreisung per Flieger scheiterte finanziell, und bei der Erneuerung ihres Pilotenscheins machte sie eine Bruchlandung. 1925 nahm sie sich das Leben. „Fliegen ist notwendig – leben nicht“, lautete ihre Devise.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.