Wenn Künstlerinnen reisen: „Nach Abschluss der Reise“ in den Berliner Kunstwerken KW 69

Berlin-Mitte

Was geschieht nach der Reise? Diese Frage stellt die Ausstellung, die derzeit im KW 69 in Berlin-Mitte zu sehen ist. Berlin-Woman hat sich die Präsentation „Nach Abschluss der Reise“ angeschaut:

11 Künstlerinnen beziehen Position zum Reisethema. Wir sehen eine Art Keramikmoschee als „Entwurf der Welt“ von Habima Fuchs, wellenartige Schichtungen aus Styropor und Zement von Tamayo Misawa, eine verfremdete Kuckucksuhr von Suse Weber oder eine Musterzeichnung von Haegue Yang, die an Spitzenklöppelei erinnert. Die Künstlerinnen sind immer nur mit einem Werk vertreten, so dass ihre Reise auf diese eine „Station“ beschränkt bleibt. Nicht so Romane Holderried Kaesdorf (1922-2007), der ein ganzer Ausstellungsraum gewidmet ist. Die Künstlerin ist eine Entdeckung! Ihre Zeichnungen sind witzig, karikaturesk, traumhaft, surreal, klug und ein bisschen wahnsinnig. Herrlich, die Dame im roten Etuikleid, die zwei Striche mit den Zeigefingern stützt. Ulkig, die beiden XXs, die einander gegenüber sitzen und sich jeweils ein Bild mit einer Kugel und einem Würfel vor die Nase halten. Verrückt die XYs in Hut und Anzug, die noch einmal zwei Hosenbeine vor der Hose tragen. Bei Romane Holderried gibt es halbe Körper, drei Beine, die Menschen stehen buchstäblich Kopf. Berlin-Woman möchte mehr, ja viel mehr davon sehen. Die Zeichnungen von Romane Holderried, die zeitlebens in Biberach gelebt und erst spät Beachtung gefunden hat, sagen es deutlich: Wir sind ständig auf der Reise, ob innerlich oder äußerlich, und ob wir es wollen oder nicht.

Nach Abschluß der Reise, KW Institute for Contemporary Art, Auguststr. 69, 10117 Berlin, Di-So 12:00-19:00 Uhr, Do 12:00-21:00 Uhr, bis 15.05.2011, Eintritt frei.

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