Berlin-Woman und die „Quote“ im Bundeskanzleramt

Berlin-Mitte

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Samstag haben sich La Peperonata und Berlin-Woman ins Bundeskanzleramt begeben. Sie wollten sehen, wie es sich dort mit der XX-Quote verhält.

Mit einer offenen Besuchergruppe wurden wir in die höchste öffentliche Institution des Landes, das Bundeskanzleramt, eingelassen. Der imposante Bau aus Glas und Stein, im Volksmund auch als Elefantenklo, Kohllosseum und Waschmaschine bekannt, wurde 2001 eingeweiht.  Wir registrieren, dass beim Entwurf des Architekturbüros Axel Schultes die Architektin Charlotte Frank (*1959) mit von der Partie war. Das ist eine 50% XX-Quote. Im Entrée begrüßt uns eine kolossale Bronzefigur: Die üppig-nackte „Philosophin“, von Markus Lüpertz, die nachdenklich zum Reichstag, dem Ort der Volksentscheidungen hinüberschaut. Das macht eine 100% XX-Quote.  Im internationalen Empfangsbereich auf der 1. Ebene dann der Quoteneinbruch.  Denn die Galerie mit den Kanzlerportraits ist fest in der Hand von XY-Künstlern. Doch das Bild von Angela Merkel fehlt noch und könnte mit einem Auftrag an eine Künstlerin die 0%-Quote auf 11 % emporschnellen lassen. Im Bankettsaal auf der 5. Ebene darf eine kleine Berlin-Woman-Figur von Stefan Balkenhol die Evangelistengruppe als „Engel“ schmücken. Hübsch, aber nicht Quoten verdächtig. Erst die 6. Ebene mit dem Kabinettssaal bringt wieder ein  Quotenhoch: die 30% Ministerinnen haben sogar ein „in“ auf ihren Namensschildern.  Berücksichtigen wir schließlich die Ausstellung zum „Frauenfussball“ im ebenerdigen Empfangsbereich – ein Bericht folgt – so ist die XX-Präsenz im Kanzleramt höher als in der restlichen Republik mit ihren 27% XX als Führungskräfte. Da sie meistens außerhalb des Kanzleramtes lebt und wirkt, ist Berlin-Woman unbedingt für die XX-Quote! Sie unterstützt die E-Petition für die Abstimmung im Bundestag.

Im Mai melden wir eine „Berlin-Woman“-Gruppe zur Besichtigung der Ausstellung „Frauen schreiben Fußballgeschichte“ an.  Seid ihr interessiert? Dann kontaktiert uns übers Kommentarfeld.

Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin, Besucherdienst

4 Gedanken zu „Berlin-Woman und die „Quote“ im Bundeskanzleramt

  1. Danke, lieber Uli, für den ausführlichen Kommentar und die Aufschlüsselung der Quotenzahlen. Berlin-Woman ist für die Quotenregelung auf allen Ebenen!

  2. Frauenquote Kommentar
    Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der dt. Wirtschaft stieg lt. einer DIW-Studie in den Jahren von 2001 bis 2006 von 22 bis auf 27 Prozent und verharrt seitdem auf diesem Niveau.
    Weitaus schlechter sieht es allerdings bei Aktiengesllschaften aus, bei denen nur einige wenige Prozent weibliche Führungskräfte haben, bei den DAX-Unternehmen haben gar nur drei eine Frau im Vorstand.
    Ist die Petition *) notwendig? Unbedingt Ja, auch wenn sie nur die Besetzung von Aufsichtsräten und damit im Wesentlichen Aktiengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern zum Ziel hat und alle anderen mittleren und höheren Führungspositionen in Unternehmen bis hin zum Vorstand unerwähnt bleiben.
    Ist die Petition *) ausreichend? Sicher Nein, wenn man sieht, dass die Frauenquote bei Jüngeren bis zu 37% beträgt und mit zunehmendem Alter -heißt wohl auch zunehmender Familienbindung- der Frauen rückläufig ist. Da fehlt es wohl in den Unternehmen auch an einer familien- und kindgerechten Ausgestaltung der Arbeitsplätze und –Bedingungen.
    Aber liegt das Problem nicht vielleicht schon viel früher? Solange die Mutter, die die Frauenquote beklagt, ihrer Tochter Puppen und dem Sohn Kampfspiele schenkt hat der Nestle Chef Berssenbrügge möglicherweise Recht wenn er in einem Zeit-Online-Interview sagt: „Männer streben auch heute noch konsequenter nach oben und machen ihre Karriereansprüche meist energisch geltend“.

    *) Petition: Gleichstellungsrecht – Erhöhung der Frauenanteils und gesetzliche Mindestquote für die Aufsichtsräte vom 24.03.2011
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17335.
    Die Mitzeichnungsfrist endet am 24.05.2011, wir sollten sie nutzen!
    Zur Mitzeichnung ist registrieren auf obiger Seite erforderlich

    Uli

  3. Liebe Berlin-Woman, das war ein lehrreicher Ausflug am Samstag hinsichtlich der XX-Quoten, auf allen Ebenen.
    La Peperonata unterstützt natürlich auch die E-Petition!
    … und freut sich schon auf den gemeinsamen Ausflug in die Frauenfussball-Ausstellung im Mai mit dem wunderschönen Kaffee-Service, ;-)! Nach Ostern gibt es das Datum!
    Saluti!

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