Berlin-Woman spricht mit Julia von Randow vom Berliner Lette-Verein

Die Berlin-Woman Julia von Randow ist Künstlerin, Grafikdesignerin und bringt seit einigen Jahren als stellvertretende Schulleiterin junge Menschen am Lette-Verein auf den richtigen beruflichen Weg. Ihr letztes Projekt war die „Work Flow Motion“ im Haus der Kulturen der Welt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mode macht Schule“. Hier zeigte sich der Lette-Verein von seiner fantasievollen, leistungsstarken Seite. Was war die besondere Herausforderung?

Work Flow 2010, Foto: Alexander Ullmann

JvR: Das fachübergreifende Arbeiten mit den drei Design-Richtungen des Lette-Vereins. 4 Teams, bestehend aus Schülerinnen und Schülern des Foto-, Grafik- und Modedesigns sind gegeneinander angetreten. Vor dem Publikum entstand in Echtzeit ein drapiertes Kleid, das dann in einem Mode-Fotoshooting an einem Model fotografiert wurde. Der ganze Prozess wurde gut 2 Stunden lang zusätzlich medial begleitet. Daraus produzierten die Grafik-Designer einen animierten Spot. Für uns war es eine ganz neue, erfolgreiche Art, an die Öffentlichkeit zu gehen. Da wir eine Schule und kein professioneller Event-Ausrichter sind, ist die Organisation und das Gelingen solch einer Veranstaltung für uns eine besondere Freude gewesen.

BW:Was kann frau/man im Lette-Verein lernen, was ist das besondere?

JvR: Wir bieten 10 Ausbildungsgänge für Fachkräfte in Design, Technik, Gesundheit und Lebensart an. In allen Bereichen haben wir ausgezeichnete Lehrkräfte. Im wahrsten Sinne des Wortes:  So bekam unsere Fotoabteilung unter der Leitung von Frank Schumacher auf der Photokina den Academy Award 2010. Herr Pahnke, einer unserer Lehrer in der Modeabteilung hat mit seinem Label „Kratzert & Pahnke“ an Oscar-prämierten Filmen wie „Die Vorleserin“ oder „Inglorious Basterds“ und an dem mit der goldenen Palme von Cannes ausgezeichneten Film „Das weiße Band“ mitgearbeitet. Dieses Wissen gibt er an unsere Schüler weiter. Aber auch unsere Absolventen sind etwas Besonderes: So hat eine ehemalige Schülerin den erfolgreichen Weg zur Betriebsleiterin der Hauswäscherei am Grand Hyatt am Potsdamer Platz gemeistert. Und das, obwohl sie anfänglich eine klassische Schulverweigerin war. Auch Nils Brandt mit seiner bundesweit bekannten Agentur ist ein ehemaliger Lette-Schüler. Seit seiner sehr erfolgreiche BSR-Kampagne „We kehr for you“ genießt er in der Werbebranche sehr hohes Ansehen.

BW: Was sind Ihre aktuellen Projekte?

JvR: Wir werden im Mode – und Grafikbereich internationaler! So starten wir noch in diesem Jahr unsere Kooperation mit dem SADA-College in Shanghai. Damit gehen wir in einen Dialog, der unsere Schule sehr befruchten wird. Auch auf anderer Ebene haben wir unsere älteste und solideste Ausbildungsrichtung auf modernste Bedürfnisse unserer Gesellschaft eingestellt. So gibt es den neuen Bereich „Lebensart“. Er umfasst hauswirtschaftliche Fachkenntnisse und -fertigkeiten, schließt gleichzeitig Aspekte wie Wellness, Stil und Lebensgestaltung deutlich ein.

BW:Wie viele Schüler/innen gehen auf die Lette-Schule?

JvR: Wir haben 1.000 Schüler/- innen. Über 300 fachlich hoch qualifizierte Absolventen/ – innen verlassen jährlich die Schule. Das Schöne: sie sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Oft rufen die Arbeitgeber vor Ende der Ausbildung an und fragen: „Könnt Ihr mir mal eine neue medizinischtechnische Assistentin vermitteln?“ Wir können! Auch unsere Absolventen/ – innen aus der „Metallographie“ haben meist schon vor ihrer letzten Prüfung einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

BW: Was wünschen Sie sich für den Lette-Verein?

JvR: Wir sind eine renommierte Einrichtung mit einer fast 150-jährigen Ausbildungsgeschichte. Über die Jahrhunderte hat der Lette-Verein dafür gesorgt, dass es immer wieder neue und solide ausgebildete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt gibt. Das werden wir auch in Zukunft tun und zwar so, wie es eine unserer Schülerinnen vor kurzem beschrieben hat. „Der Lette-Verein ist wie ein Löwe. Er ist stark, aber er macht alles mit Bedacht.“

Nächster Infotag des Lette-Vereins am Freitag, den 10.2.2012.

Lette-Akademie

Lette-Verein

9 Gedanken zu „Berlin-Woman spricht mit Julia von Randow vom Berliner Lette-Verein

  1. Dem kann ich mich nur anschließen! Der Lette – Verein ist nicht nur ein wunderbarer Ausbildungs- und Arbeitsort, sondern auch ein Hort der Kreativität, Lebensfreude und der Kunst. Die Bandbreite der Möglichkeiten für Schüler/innen ist enorm. Auch ich war gestern bei der Ausstellungseröffnung und kann mir nicht nur vorstellen, sondern bin überzeugt davon, das die Begeisterung, mit der die Lehrkräfte vom Aufbau bestimmter botanischer Kunstwerke berichten jeden Tag aufs Neue auf die Schüler/innen überspringt! Und solche Beispiele finden sich sicher auch in anderen Bereichen der Schule.

  2. Und heute war ich bei einer spannenden Ausstellung in der Bibliothek des Lette Vereins: Anregende Griffelpolster – Arzneidrogen im mikroskopischen Bild.
    Dass in der Ausbildung zur PTA solch‘ ästhetisch ansprechende Kunstwerke entstehen, kaum zu glauben, aber phantastisch anzusehen.

  3. Ein Artikel, der die Stimmung und die Arbeitsweise des Hause so unglaublich gut einfängt.
    Vielen Dank für ie Erwähnung
    Jochen Pahnke

  4. Der Lette-Verein hat mich zu dem gemacht was ich bin. Die fantastischste Ausbildung die ich im Grafik-, Foto und Modedesign Bereich kenne. Und das ist ja beim Lette-Verein noch lange nicht alles an tollen Bereichen! Und alles immer stetig am wachsen und sich Entwickeln! Respekt! Go Lette! Go! 🙂

  5. Ich habe gehört, dass jede zweite Radiologieassistentin hier in Berlin vom Lette-Verein ausgebildet wird. Also fragen Sie bei Ihrem nächsten Röntgentermin mal nach!
    Ich personlich finde ja auch die Ausbildung im Bereich Metallografie sehr spannend und habe schon als Mentorin für JUMP-in-MINT eine Info an die jungen Mädels im Projekt weitergegeben.
    Ich wünsche der „Löwin Lette-Verein“ weiterhin viel Erfolg!

  6. Ein toller Beitrag, der die ganze Bandbreite der verschiedenen Ausbildungen des Lette-Vereins bildhaft und überzeugend darstellt.

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