Berlin-Women: Lise Meitner (1878-1968)

Lise Meitner stammt aus einer jüdischen Familie. 1901 nahm sie das Studium in Physik, Mathematik und Philosophie auf, promovierte 1906 und arbeitete am Institut für theoretische Physik der Universität Wien. 1907 ging sie zum Weiterstudium nach Berlin, wo sie den Chemiker Otto Hahn traf. 30 Jahre lang sollten sie Maßgebliches zum Thema Radioaktivität erforschen. 1918 leitete Lise Meitner die physikalisch-radioaktive Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie, 1922 habilitierte sie sich, 1926 wurde sie außerordentliche Professorin für experimentelle Kernphysik, 1933 verlor sie unter den Nationalsozialisten die Lehrbefugnis. Am Nobel-Institut im schwedischen Exil entwickelte sie die Formel für Kernspaltung, welche Otto Hahn 1938 entdeckt hatte und für die er 1944 den Nobelpreis bekam. Lise Meitner ging leer aus. Ab 1947 leitete sie die kernphysikalische Abteilung der Universität Stockholm und hatte Gastprofessuren in den USA. 1959 wurde das Hahn-Meitner Institut für Kernforschung an der Freien Universität Berlin gegründet. Zeit ihres Lebens setzte sich Lise Meitner für die friedliche Nutzung der Kernforschung ein. Was würde sie zur aktuellen Reaktorkatastrophe in Japan sagen?

Lise Meitner

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