Berlin-Women: Emy Roeder (1890-1971)

Emy Roeder zählt zu den bekanntesten expressionistischen Bildhauerinnen.  Sie bildete sich  bei Bernhard Hoetger in München, in Würzburg und Darmstadt aus. Dann ging sie nach Berlin, wo sie eigenständig künstlerisch arbeitete, und im Meisteratelier von Hugo Lederer weiterstudierte. 1919 heiratete sie den Bildhauer Herbert Garbe, der 1933 der NSDAP beitrat. In dem Jahr folgte sie ihm nach Italien, blieb dort bis zum Kriegsende, während er 1934 wieder nach Deutschland zurückkehrte. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten ihre Skulptur „die  Schwangere“ und zeigten sie auf der Ausstellung „Entartete Kunst„. Das Werk wurde 2010 auf spektakuläre Weise wiederentdeckt und wird derzeit im Neuen Museum ausgestellt. Ein Bericht auf Berlin-Woman folgt. Nach ihrer Internierung in ein italienisches Alliierten-Lager und ihrer Freilassung kehrte Emy Roeder 1950 nach Deutschland zurück und ließ sich in Mainz nieder.  Die Künstlerin schuf Frauen, Kinder-, Tierfiguren und Künstlerbildnisse.  Ihr Werk umfasst verinnerlichte und extrovertiert- expressionistische Darstellungen. Anfänglich arbeitete sie in Holz und wechselte dann zur Bronze über.  Emy Roeder wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 1920 mit dem Preis der Preußischen Akademie für die „Schwangere“, 1929 mit dem Bildhauer-Preis der Stadt Köln, 1960 mit dem Bundesverdienstkreuz und  1962 dem Großen Kunstpreis der Stadt Mainz. 1954 beteiligte sie sich an der documenta I in Kassel.

Emy Roeder

Der Berliner Skulpturenfund

2 Gedanken zu „Berlin-Women: Emy Roeder (1890-1971)

  1. Danke, liebe Carola, für den Hinweis. Die Sezession gehörte zu den fortschrittlichen Kunstvereinigungen in Berlin. Emy Roeder war da ziemlich unterwegs, bevor die Nationalsozialisten ihre Kunst verfehmten.

  2. Emy Roeder war übrigens auch Mitglied in der Berliner Sezession, wenn auch erst ziemlich spät (ab 1928), hat aber vorher öfter mit denen ausgestellt.

    Herzliche Grüße
    c

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