Women Art Revolution, ein Berlinale Film von Lynn Hershman Leeson

Berlin-Potsdamer Platz

Gestern, am letzten Berlinale Tag war der Dokumentarfilm „Women Art Revolution“ der Medienkünstlerin Lynn Hersman Leeson zu sehen. Trotz Zehbruch nutzte Berlin-Woman die Gelegenheit und besuchte zusammen mit La Peperonata das ausverkaufte Filmevent.

Der Dokumentarfilm beruht auf Archivmaterial der Medienkünstlerin Lynn Hershman, das sie 40 Jahre lang über die feministische Kunstrevolution zusammen getragen hat. Gemeinsam mit anderen US-Künstlerinnen kämpfte sie gegen die Marginalisierung kunstausübender XXs in der Gesellschaft, auf dem Kunstmarkt und in der Politik.  Sie beteiligte sich an der Gründung alternativer Kunstorte, an radikalen XX-Ausstellungen und an zahlreichen XX-Aktionen.

Der Film erzählt in Interviews, Rückblenden und Ausstellungsberichten von der feministischen Kunstbewegung, der Women Art Revolution (w.a.r), die ihre besten Jahre von den späten 1960er bis zu den 1980ern hatte. Themen sind der politische Aufbruch zur Zeit der „Black Panther“, die Hinterfragung der XX- und XY-Rolle in den 1970ern, die Inszenierung und Medialisierung des weiblichen Körpers und das XX-Sein als subversive Intervention in Kunst und Politik in den 1980ern. Wir erleben die Protagonistinnen: Lucy Lippard, Miriam Shapiro, Judy Chicago, Rahel Rosenthal, Marcia Tucker, die Guerilla Girls,  Nancy Spiro, Martha Rosler, Carolee Schneemann und viele andere mehr. Spannungsreich, wie sich ihre Haltung in zeitgenössischen Aufnahmen und rückblickenden Statements vom Kämpferischen zum Abgeklärten wandelte.  Nicht nur das sorgt für filmische Dynamik. Der Schnitt ist ebenfalls sehr bewegt und von witzigen Comiceinschüben bestimmt. Insgesamt stellt der Film die Frage nach Verbleib und Erbe der Women Art Revolution in den Raum. Hershman läßt zum Ende hin jüngere Künstlerinnen zu Wort kommen, die ohne ihres Wissens in der Tradition der „W.A.R“ arbeiten. Die Geschichte, an der sie teilhaben ist „a secret history“. So lautet der Untertitel des sehenswerten Films, der durch einen hoffentlich breiten Verleih das Gegenteil erzeugen wird.

Women Art Revolution

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