Berlin-Woman über Valeska Gert im Hamburger Bahnhof

Berlin-Tiergarten

Sie ist klein, hat kurzes schwarzes Haar und ein markantes Gesicht. Schön ist sie nicht, aber ausdrucksstark, lebendig, witzig, scharfsinnig: Valeska Gert (1892-1978). Wir kennen sie als Ausdruckstänzerin der 1920er Jahre. Dass sie eine der ersten deutschen Perfomance-Künstlerinnen war, zeigt aktuell eine Ausstellung im Berliner Hamburger Bahnhof.

Hier sehen wir sie in einem der ältesten Kunstvideos von 1969, gedreht von Ernst Mitzka. Weitere Aufnahmen eröffnen uns das große performative Talent von Valeska Gert, die das Innere nach außen kehrt, eine elementare Ausdrucksfähigkeit besitzt und die Vielfalt des menschlichen Lebens sichtbar macht. Mühelos schlüpft sie in XX und XY-Rollen, läßt ihr Gesicht tanzen oder imitiert ein Baby, perfekt! Valeska Gert studierte gegen den Willen ihrer Eltern Schauspiel, tanzte und performte in Berliner Kabaretts und Clubs der zwanziger Jahre, sorgte für skandalöse Auftritte und wirkte in verschiedenen Filmen mit. 1933 emigrierte die Künstlerin jüdischer Abstammung in die USA, 1949 kehrte sie nach Deutschland und Berlin zurück.  Sie unterhielt mehrere Kunst-Etablissements, wo sie u.a. Klaus Kinsky engagierte.  „Ich bin eine Hexe“ überschrieb sie ihre Autobiographie. Ja, das ist diese beste Performance-Künstlerin, die ihr Können aus einer Zeit bezog, in der der Stummfilm und der experimentelle Tanz ganz neue, kraftvolle Ausdrucksformen zutage beförderten.  Nur noch bis Sonntag im Hamburger Bahnhof. Wer kann, sollte sich Valeska nicht entgehen lassen!

Valeska Gert, bewegte Fragmente, Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin, bis 6.2.2011, Di-So: 10:00/11:00-18:00/20:00 Uhr, 12/6 Euro


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