Berlin-Women: Else Lasker-Schüler

Else Lasker-Schüler als Prinz Jussuf

Else Lasker-Schüler (1869-1945) ist die bekannteste expressionistische Dichterin Deutschlands. Sie war jüdischen Glaubens. 1894 heiratete sie den Arzt Dr. Jonathan Berthold Lasker, zog nach Berlin, ging ihrer Kunstausbildung nach und veröffentlichte die ersten Gedichte. Nach ihrer Scheidung ehelichte sie 1903 den Schriftsteller und Galeristen Georg Lewin (Pseudonym Herwarth Walden). Es folgten Veröffentlichungen ihrer Prosawerke, 1910 kam es auch hier zur Scheidung, und 1911 setzte sich Lasker-Schüler mit dem Gedichtband „Meine Wunder“ durch. 1932 erhielt sie den Kleist-Preis. 1933 emigrierte sie in die Schweiz, 1939 verhinderten der Kriegsausbruch und die Schweizer Ausländerbehörde ihre Rückreise von einem Palästina-Aufenthalt. Nach schwerer Krankheit starb Else Lasker-Schüler 1945. Sie hinterließ Erzählungen, Gedichte, Essays, Dramen, Skizzen und nicht zuletzt ein Oeuvre hervorragender künstlerischer Arbeiten. 150 Zeichnungen sind zur Zeit im Hamburger Bahnhof ausgestellt. Berlin-Woman ist schon auf dem Weg dorthin und wird berichten.

5 Gedanken zu „Berlin-Women: Else Lasker-Schüler

  1. Hallo, verehrte Berliner Women,
    danke für die Veröffentlichungen über Else lasker-Schüler, die so gerne „Prinz von Theben“ sein wollte, aber, ach, nur die arme Else aus dem WupperTal war, die in Berlin zeitweise auf Bänken am Kudamm schlafen musste…
    Wir veranstalten vom 10. – 15. April das (öffentliche) XVIII. Else Lasker-Schüler-Forum in Wien, der Stadt des renommiertesten Satirikers deutscher Zunge: Karl Kraus. Mit ihm war Else Lasker-Schüler befreundet. er hätte für eines ihrer Gedichte „den ganzen Heine“ hergegeben.
    Im Vorfeld gibt es die österreichische Erstaufführung von „Ichundich“, dem für mich wichtigsten, politischen Theaterstück von Else Lasker-Schüler. Hier kommen deutsche Hochkultur und deutsche Unkultur auf die Bühne des Hamakom.

    Das Programm des Forums, das wir Jiri Grusa widmen, mailen wir gerne auf Anfrage (über vorstand@else-lasker-schueler-gesellschaft.de) zu: Erstaufführung in Österreich „Die Verscheuchte“, Lesungen, Diskussionen, Zeitzeugen in Schulen – u.a. Georg Stefan Troller, Greta Klingsberg – , Film, Diskussionen etc.

    Aus dem Bergischen Raum wird ein Bus nach Wien fahren, sofern genügend Mitreisende zusammenkommen (RVR Tours, Radedvormwald).
    Wir freuen uns über jede(n) Mitfahrfende(n).
    Hajo Jahn
    Tel.0202-305198, Fax 0202-7475433

  2. Lieber Hajo Jahn, wo wäre die internationale und nationale Bekanntheit der Dichterin und all die vielen Veranstaltungen der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft ohne Ihr unermütliches persönliches Engagement! Herzlichen Dank für all das.

  3. Lehrreicher Post. Interessant, wenn man das Thema auch mal aus einer anderen Perspektive beschrieben lesen kann.

  4. Danke, lieber Hajo Jahn, für den ganzen Einsatz, die Infos und den Hinweis auf die aktuelle Veranstaltung. Die Ausstellung ist übrigens toll, Berlin-Woman war heute dort und wird berichten.

  5. Spät, aber nicht zu spät, entdecken Kunsthistoriker, Politiker und auch immer mehr Frauen, welche Kunst Else Lasker-Schüler hinterlassen, also uns allen geschenkt hat.
    Wir wußten schon lange um die Bedeutung dieser Künstlerin. Auch als Zeichnerin. Aber es bedurfte mehr als 20jährigen Bohrens dicker Bretter… so lange besteht die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, die für ein Zentrum der verfolgten Künste eintritt. Dafür steht die Biographie des Prinzen von Theben wie eine Metapher. Das Zentrum existiert unter dem Dach des Kunstmuseums Solingen. Dort sind auch 17 Originalzeichnungen, von denen wir die meisten in die Ausstellung im Hamburger Bahnhof entliehen haben.
    Es war schwer, das Geld für den Ankauf zu besorgen, denn Else Lasker-Schüler ist noch immer für viele eine Unperson oder rotes Tuch, vor allem für viele Männer, die an den Hebeln der Macht und zu den Geldquellen sitzen.
    Übrigens: am Freitag, d.4. März, findet um 20 h eine Hommage an Else Lasker-Schüler im Studio Niculescu, Kreuzberg, Oranienstr. 163 statt: “Mein Dornenlächeln”. Mit Rezitationen und ELS-Lyrikvertonmungen von Charles Kalman, vorgetragen von Carola Krautz-Brasin. Am Piano: Peggy Voigt. Moderation Hajo Jahn, der diesen Text geschrieben hat und Gründer/Vorsitzender der ELS-Gesellschaft ist – der als Berliner nach Wuppertal, an den Geburtort von ELS kommen mußte, um 1990 eine Literaturgesellschaft zu gründen, die sich um Werk un d Andenken der Künstlerin bemüht.
    Denn wie sagte schon “Abigail”, die sich auch „Tino von Bagdad“ und „Indianer“ nannte?:
    „Wahre Kunst ist ewig, ob sie von heute oder von damals ist. Welcher Dilletant hat das Wort modern erfunden! Was wertvoll ist – bleibt bestehn.“
    Else Lasker Schüler, 1912

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