Berlin-Woman über die „Leistungssschau junger Kunst“ in Berlin

In Berlin leben etwa 5.000 bildende Künstlerinnen und Künstler.  Nicht ohne Grund gilt Berlin als „Stadt der Künstler/innen“. Nun soll es im Sommer 2011 eine „Leistungsschau junger Kunst“ geben. Das Projekt ist umstritten:

Investorenträume am Humboldthafen

Im Dezember 2010 rief der Regierende Bürgermeister alle Berliner Künstler/innen zu einer Bestandsaufnahme der künstlerischen Leistung auf.  Aus den eingereichten Portefolios sollen die Kurator/innen Angelique Campens, Magdalena Magiera, Jakob Schillinger, Scott Weaver 50 bis 80 Künstler/innen wählen und im Sommer 2011 in einem temporären Ausstellungsetablissement am Berliner Humboldthafen vorstellen.  Hintergrundgedanke ist eine Halle für zeitgenössische Kunst, die der Regierende  realisieren will, aber dafür bislang vergebens Investoren sucht.

Gegen die „Leistungsschau junger Kunst“, die mit 1.6 Mio. Euro finanziert wird, haben sich die Berliner Künstler/innen in einem offenen Brief ausgesprochen.  Sie kritisieren mangelnde Transparenz, fehlende Nachhaltigkeit, Konzeptschwächen und  die Verschwendung finanzieller Ressourcen. Insgesamt 4 Mio Euro stellt der Berliner Haushaltsplan alljährlich für die Förderung zeitgenössischer Kunst zur Verfügung. Das ist viel zu wenig, soll die „Kreativwirtschaft“ doch zu einer der vier Wirtschaftssäulen in Berlin heranwachsen.  Die fast 2.000 Unterzeichnenden fordern eine Revision des Ausstellungsprojektes, eine öffentliche Diskussion über das Kunsthallenprojekt am Humboldthafen und über nachhaltige und sinnvolle Förderung und Präsentation zeitgenössischer Kunst in Berlin.

Leistungsschau junger Kunst, Pressemitteilung des Kultursenats

Haben und Brauchen, offener Brief gegen die „Leistungsschau junger Kunst“


Ein Gedanke zu „Berlin-Woman über die „Leistungssschau junger Kunst“ in Berlin

  1. Hier die aktuellen Ausstellungskosten, Angaben vom 15.2.2011: Von den 1,5 Millionen Euro fließen 700.000 Euro in die Umsetzung der Kunstwerke, 360.000 Euro sind für die Architektur veranschlagt (inklusive Auf- und Abbau), 130.000 Euro stehen den Kuratoren zur Verfügung, der Rest fließt in Kommunikation und Webseite.

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