Berlin Woman und Marcels Parfumflakon

Berlin -Tiergarten

La Peperonata ist  zur mitternächtlichen Eröffnung der Marcel Duchamp-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie geladen:

Es ist fünf vor zwölf, die Glocke der St. Matthäus-Kirche läutet zur Geisterstunde. Ich schlüpfe mit den letzten Gästen durch die Drehtüren der Neuen Nationalgalerie. Gerade noch rechtzeitig, denn der Direktor der Staatlichen Museen, Udo Kittelmann, bittet um Gehör. Wir erfahren, wie stolz er ist, diesen einzigartigen Parfumflakon von Paris nach Berlin geholt zu haben. Erst sollte er nur 24 Stunden gezeigt  werden, aber jetzt können die Besucher/innen ihn in der LANGEN NACHT DER MUSEEN 72 Stunden durchgängig besuchen: von Donnerstagabend 24 Uhr bis Sonntagabend 24 Uhr. Und dann verschwindet er wieder in Pariser Privatbesitz.

Der legendäre Flakon Belle Haleine von Marcel Duchamp von 1921 ist das einzige erhalten gebliebene „assisted Readymade“ des Künstlers. Er verwendete  einen gläsernen Parfumflakon der Pariser Firma  Rigaud, tauschte das Etikett aus und signierte die handelsübliche Verpackung mit seinem Pseudonym: Rrose Sélavy. Das ursprüngliche Parfum hieß „un  air embaumé“ (Duftende Luft), er machte daraus Belle Haleine (Schöner Atem).  Duchamp lässt sich für den Flakon von Man Ray  in Frauenkleidern fotografieren und verwendet dieses Foto für das neu entworfene Flaschenetikett. Die Glasvitrine, in der das einzige Objekt der Ausstellung „des einflussreichsten Künstlers des 20. Jahrhundert“ gezeigt wird, ist übrigens identisch mit der, in der die schönste Berlin-Woman Nofretete auf der Museumsinsel zu sehen ist.

Den Duftflakon, eine Ikone der Moderne, kann man noch bis Sonntag, den 29.01.2011, 24:00 Uhr bestaunen. Bis die Glocken der St. Matthäus-Kirche wieder zur Geisterstunde erklingen.

Art-Magazin

Neue Nationalgalerie


Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str. 50, 10785 Berlin

3 Gedanken zu „Berlin Woman und Marcels Parfumflakon

  1. Liebe Berlin-Woman, ich wünsche Dir gute Besserung. Wir werden uns jetzt in die Lange Nacht der Museen stürzen. Mal schauen welche Kunstschätze, menschlich wie skulpturlich, wir entdecken.
    Uns allen eine spannende Nacht wünschen Sabine + Uta

  2. Das klingt ja spannend, und ein bißchen obskur. Schade, mich hat die Grippenwelle erwischt. Aber vielleicht schaffe ich es doch noch bis morgen Nacht. Ein schönes WE wünscht Berlin-Woman

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