Die Berlinische Galerie als Künstlerinnenort, II.: Nan Goldin

Berlin-Kreuzberg

In der Berlinischen Galerie sind zur Zeit viele Künstlerinnen ausgestellt. Mit Susanne Kriemann, der GASAG-Kunstpreisträgerin hat Berlin-Woman begonnen.  Dann schaut sie sich Nan Goldin an.

Unsere Mitbloggerin La Peperonata ging ja auf Zeitreise, als sie vor Weihnachten die Berliner Fotografien der US-Künstlerin sah. Die Ausstellung ist prachtvoll inszeniert: Die großformatigen Abzüge hängen auf taubenblauem Grund und sind so angestrahlt, dass frau/man an Leuchtkästen denken muss. Im Ausstellungszentrum steht eine goldene Stellwand, ein Altar, auf dem eine ergreifende Serie zu sehen ist. Bilder eines Aids-Patienten im Krankenhaus: Bumen, Rauchen in der Kantine, Besuch des Geliebten, Herzen, der Grabstein. Nan Goldin fängt Gefühle unsentimental und doch menschlich ein. Die Fotos erzählen vom Hoffen, Warten, von Angst, Verzweiflung und Trauer. Wunderschön sind auch die Akte der Künstlerin, die die Körper der Freundinnen und Gefährtinnen ästhetisch, verletzbar und völlig unvoyeuristisch wiedergibt.  Und ihre Portraitaufnahmen halten die Zeit an. Sie erlauben uns einen seelenvollen Blick auf diejenigen, denen Nan Goldin in ihren Berliner Jahren begegnete. Dazu gehören Tilda Swinton, Blixa Bargeld, und die Gruppe rund um die „tödliche Doris“.  Mit ihrem Kunst- und Fotografie-Begleiter diskutiert Berlin-Woman, ob die pompöse und farbenprächtige Inszenierung überhaupt nötig gewesen wäre.  Wir meinen nicht, denn Goldins Bilder sprechen für sich.

Nan Goldin, Berlin Work, Fotografien 1984-2009, Berlinische Galerie, Alte Jacobstr.- 124-128, 10969 Berlin, Mi-Mo 10:00-18:00 Uhr, 8/5 Euro, jeden 1. Montag des Monats 4 Euro, bis 28.3.2011


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