Der GASAG-Kunstpreis 2010 verwirrt Berlin-Woman (Die Berlinische Galerie als Künstlerinnenort I)

Berlin-Kreuzberg

Zur Zeit ist in der Berlinischen Galerie ganz schön was los, was künstlerische XXs anbetrifft: die GASAG-Kunstpreisträgerin Susanne Kriemann, die Berlin Works von Nan Goldin, der Hanna-Höch-Preis und eine Entdeckung: Susanne Wehr.

Aber immer hübsch der Reihe nach. Wir betreten die Installation „Ashes and broken brickwork of logical theory“ von Susanne Kriemann. Die Künstlerin hat den GASAG-Kunstpreis 2010 erhalten, der alljährlich eine/n Nachwuchskünstler/in mit Preisgeld, Katalog, Ausstellung und  Werkankauf beglückt.

Wir sehen verschieden große Farb- und Schwarzweißfotografien an der Wand und auf Tischen in der Raummitte.  Thema ist die Antike, Ausgrabungen und Architektur im Nahen Osten, Mesopotanien und Damaskus.  Die meisten Fotos stammen nicht von Kriemann,  wie frau zunächst denken könnte. Urheber sind die berühmte Krimiautorin Agatha Christie und unbekannte Fotografen aus den 1930er und 1950er Jahren. Das erfährt frau aber nur, wenn sie sich den Begleitzettel zu Hilfe holt. Worin liegt die „Kunst“ von Susanne Kriemann, die sich auf das Thema Archiv, Erinnerung und deren Auswirkung auf die Realität spezialisiert hat?  Ist es die kuratorische Leistung der Installation, ist es die Forschungsarbeit, sind es ihre eigenen Fotos von syrischer Architektur aus den 1930er Jahren und von der Buchausgabe „Digging up“ des Archäologen Leonard Woolley?  Oder ist es etwa die Hohlkehle, die Kriemann an einer Wand ihres Ausstellungsbereichs anbringen ließ? Leicht verwirrt geht Berlin-Woman zur nächsten Künstlerin: Nan Goldin, weiter. Fortsetzung folgt…

Susanne Kriemann, Ashes and broken brickwork of logical theory, Berlinische Galerie. Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Alte Jakobstr. 124-128, 10969 Berlin, Mi-Mo 10-18:00 Uhr, 8/5 Euro, jeden 1. Montag 4 Euro, bis 31.1.2011

GASAG-Kunstpreis


3 Gedanken zu „Der GASAG-Kunstpreis 2010 verwirrt Berlin-Woman (Die Berlinische Galerie als Künstlerinnenort I)

  1. Liebe Carola,
    als ich im Dezember in der Ausstellung von Nan Goldin in der Berlinischen Galerie war, waren wir auch etwas irritiert von den Fotos und der Installation.
    Ich kann aber allen Besucher/innen die Installation, neben den Fotos von Goldin natürlich, zu den Guantanamo-Gefangenen empfehlen, wenn sie noch läuft.
    Allen Berlin-Woman-Leser/innen und Ausstellungsbesucher/innen ein spannendes neues Jahr wünscht La Peperonata alias Sabine Opderbeck

  2. Liebe Christine, vielen Dank für den Kommentar. Susanne Wehr teilt mit Susanne Krieman nur den Vornamen. Sie bekommt eine eigene Besprechung, denn sie war für Berlin-Woman eine echte Entdeckung! Artikel folgt!

  3. ….und was ist nun mit Susanne Wehr, die hier in Friedenau lebt und arbeitet, auf die die Beschreibung Susannne Kriemann ganz gut passt? Ist es ein und dieselbe Person, oder erfahre ich das in der Fortsetzung, die folgen wird? Ich bin gespannt!

    Freundlichen Gruß mit – selbstverständlich Guten Wünschen für das gerade begonnene Jahr!

    Christine

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