Berlin-Woman in der SLOW Book-Nacht, frauen.erlesen im Berliner Literaturhaus

Berlin-Charlottenburg

Eine Seltenheit: La Peperonata und Berlin-Woman treffen sich zur „Slow Book Nacht“, frauen.erlesen, die am 2.12.2010 im Literaturhaus in der Fasanenstraße stattfand.  Es ist das 20.jährige Jubiläumsfest der Edition Ebersbach, die u.a. auf XX-Literatur spezialisiert ist. Hier der Gemeinschaftsbericht der beiden „rasenden Reporterinnen“:

Franziska Gräfin zu Reventlow, Foto aus der SLOW BOOK-Nacht

Gerade noch rechtzeitig kommen wir durch den Berliner Großstadtschnee zur  SLOW-Book Nacht im Literaturhaus in der Fasanenstr. geschliddert. Nach der herzlichen Begrüßung durch die Ausrichterin des Events, die Verlegerin und Berlin-Woman Brigitte Ebersbach, stimmt uns die Jazzpianistin Clara Eberkamp ein. „The way you look tonight“ leitet den Blick hinaus auf die vorweihnachtlich verschneite Straße.  Beim darauf folgenden Marathon ausgesuchter Autorinnen, die bemerkenswerte XX-Biographien vorstellen, gefällt uns besonders die Fotografin Gisèle Freund, von der Autorin Unda Hörner zu berichten weiss. Die Pariser Buchhändlerin Adrienne Monnier sagte einst über sie: „Ich komme eben von einer Reise ins Land der Gesichter zurück … Ja, meine Reise mit Gisèle Freund war ein großes Abenteuer. Zumal sie eine stolze Fotografin ist, die nichts vertuscht.“  Über diese spannende XX liest die Berliner Buchhändlerin Christiane Fritsch-Weith. Monnier war eine Schlüsselfigur der Pariser Avantgarde der 1920er bis 40er Jahre und trug zum Ruhm vieler heute bekannter Literaten bei.  In derselben Zeit wirkte Edith Piaf, Thema der Schriftstellerin Jutta Rosenkranz. Die weltberühmte Chansonière, die sich mit ihrer mädchenhaft-kräftigen Stimme in alle Herzen sang, führte ein atemloses Leben. Liebesaffairen, Skandale und Krankheiten durchsetzten ihre Weltkarriere.  Und noch einmal Paris, wo die amerikanische Life-Style Autorin Mary Francis Kennedy „essen, leben und lieben“ lernte. Über die zahlreichen Bücher und die bewegte Biographie von MFK berichtet die Schriftstellerin Barbara Bongartz. Dann eröffnet die Biographin Marianne Brentzel einen ganz neuen Blick auf Else Ury. Die Berliner Bestseller-Autorin – Stichwort: Nesthäkchen – wurde Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung, mit Deportation und Tod in Auschwitz.  Das Füllhorn der SLOW-Book-Nacht bietet uns u.a. noch die Philosophin Simone de Beauvoir, die Skandalgräfin Franziska zu Reventlow und die Surrealistin Dorothea Tanning an. Ein Kaleidoskop an XX-Lebensentwürfen und Modellen weiblicher Kreativität. Diese inhaltsreiche Literatur-Nacht bestätigt uns, dass wir auf viele, viele XX-Vorbilder zurückgreifen können,  wenn es um unsere kreative Arbeit und unser kreatives Leben geht.

frauen.erlesen, Edition Ebersbach

3 Gedanken zu „Berlin-Woman in der SLOW Book-Nacht, frauen.erlesen im Berliner Literaturhaus

  1. Ja, das war sehr nett vor einer Woche,
    die „rasenden“ Reporterinnen mal in „Slowmotion“,
    genießen, zuhören, aufnehmen und wirken lassen!
    Verschneite Grüße von Sabine O. alias La Peperonata

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