„Bring mir einen Ton“: Younghi Pagh-Paan und Rebecca Saunders in der Akademie der Künste

Berlin-Mitte 

Younghi Pagh-Paan, Rebecca Saunders und Lydia Rilling im Gespräch, Foto: uf

Heute nun die angekündigte Besprechung des Musikabends „2WEI“ in der Akademie der Künste:

Vor der Akademie der Künste am Pariser Platz weihnachtet es sehr. In der Akademie erklingen ungewohnte Töne an diesem Samstag Abend, den 3.12.2010. Die 2009 in die Akademie berufenen, international gefeierten Komponistinnen Younghi Pagh-Paan und Rebecca Saunders stellen sich vor. Während die Koreanerin Pagh-Paan Klanggewebe nach dem buddhistischen und taoistischen Prinzip erzeugt, schafft die Britin Saunders expressive Klangfelder. Auf der Hälfte des Konzerts kommen die Komponistinnen dann selbst zu Wort und ziehen das Publikum in ihren Bann: Pagh-Paan, die in den 1960er Jahren nach Deutschland kam, bekämpfte ihren Kulturschock mit dem Rat des Lehrers  „Vom Feind zu lernen“. Auch Saunders, die sich stark an der zeitgenössischen Kunst orientierte, befreite sich von der eigenen Kultur und tat das, was ihr Lehrer sagte: „Bring mir einen Ton“.  Während Pagh-Paan Titel als Rahmen ihrer Kompositionen setzt, in die sie die Musik „hineinfließen“ läßt, tut sich Saunders mit Titeln schwer. Sie arbeitet mit Farben und Zitaten, möchte ihre Musik unmittelbar erlebbar halten.  Von beiden XXs geht eine starke kreative Kraft aus,  es bereichert sehr, ihnen zuzuhören. Die Zukunft nehmen die Musikerinnen gelassen: Saunders kommt mit jedem Stück näher zum Ziel. Und Pagh-Paan sagt: „Ich kenne meine Schuhnummer, und so gehe ich fröhlich dahin!“ Das tun wir der Künstlerin gleich und wandern inspiriert von dem außergewöhnlichen Abend im tiefen Schnee nach Hause.

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