GEDOK-Ausstellung Positionen 1960-2010 (oder „Wasser sucht sich seinen Weg“)

Berlin-Kreuzberg

„Wasser sucht sich seinen Weg“. Diesen Spruch hat sicher jede schon mal gehört, wenn es von der Decke tropft. Berlin-Woman ist das brandaktuell passiert, weshalb sie einen Tag außer Gefecht gesetzt war. Topf unter die nasse Stelle, ein paar eigene Tränchen, Plane, Dachdecker mit neuer Regenrinne und Dachpappe. Hoffentlich hält´s! Gegen anhaltende Feuchtigkeit gibt´s die Installation „Zimmerwind“ von Gisela Weimann, die man sich unbedingt im Kunstraum Kreuzberg anschauen sollte:

Zimmerwind von Gisela Weimann, Foto: Website von G.W.

Im Kunstraum Kreuzberg weht „Zimmerwind“. Wenn man einen der Räume der GEDOK-Ausstellung „Positionen 1960-2010“ betritt, rattert´s los. Kleine Ventilatoren stehen auf vielen, bunten Hockern und verbreiten ihre freche Energie. Diese Installation hat sich Gisela Weimann ausgedacht, mit der sie die Besucher/innen freudig überrascht. Zum 50. Jubiläum der GEDOK Berlin (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstföderer e.V.) ist unter der Schirmherrschaft von Gesine Schwan eine äußerst sehenswerte Ausstellung zusammen gekommen. Vieles Verschiedenes in verschiedenen Medien ist anzuschauen: Die Fotokunst zum Thema „Haut und Haar“ von Erika Matsunami; eine abstrakte Holzskulptur von Claudia Busching, die an der Decke hängend ihr filigranes Schattenmuster auf die Wand zeichnet; der Container von Anna Simone Wallinger, in dem ein ergreifendes Video zum Asylantendasein in einem Berliner Auffanglager läuft; die Dokumente des komplett vernähten Raums von Renate Herter, wo Heizung, Fenster, Tür, ja sogar Stromverteiler eine weiße Stoffverkleidung erhalten haben, die Umarmmaschine von Jenny Brockmann und die raumgestaltenden und -beherrschenden Röhren mit Neonlicht von Michaela van den Driesch.

Die GEDOK hat Birgit Möckel als Kuratorin bestellt und gut damit getan. Werkauswahl und Präsentation in den schönen hohen Räumen des Kunstraums Bethanien in Berlin-Kreuzberg ist schlichtweg exklusiv. Damit signalisiert die Künstlerinnengemeinschaft, dass sie offen für Neues ist und Neues wagt. Als Zeichengeberin für die zeitgenössischen Entwicklungen in den Künsten der XXs hat sie sich mit der Ausstellung allemal bewährt. Jetzt heißt es, diese Idee voranzubringen …

GEDOK

Positionen 1960-2010, GEDOK Berlin, Kunstraum Kreuzberg, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

7 Gedanken zu „GEDOK-Ausstellung Positionen 1960-2010 (oder „Wasser sucht sich seinen Weg“)

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  2. …und dann gibt es noch bis zum 3. Dezember 2010 eine Einzelausstellung von mir in der galerie futura, Wiesbadenerstraße 83 in Friedenau (U-Bhf Friedrich-Wilhelm-Platz), mit etlichen erstmals in Berlin gezeigten älteren und aktuellen Arbeiten in Bild und Ton.
    Geöffnet: Die-Do von 15:00-18:00 Uhr
    Freitag, 3. Dezember, Finissage von 16:00-19:00 Uhr.
    Herzlich willkommen,
    Gisela Weimann

  3. Liebe Berlin-Woman,
    über den Artikel habe ich mich gefreut: frischer Wind für die GEDOK! Motion und Emotion in einem, weil die Schuhe alle von mir an verschiedenen Orten der Welt getragen wurden und somit auch meine Erinnerungen und Gefühle mitmarschieren (Anlagen). Deine wunderbare online-Zeitung ist in kurzer Zeit zu einer großartigen Informationsquelle geworden. Vielen Dank und weiter so!
    Herzliche Grüße, Gisela Weimann

    Zimmerwind Version 3, 2010

    Installation für Ventilatoren, Licht und Schatten und ein aktives Publikum.

    Die erste Idee für die Installation entstand im November 1997, einer Zeit des Jahres, in der man sich nach innen zurückzieht und über die Ereignisse der vergangenen Monate und Jahre nachdenkt. Seitdem sammle ich Ventilatoren und Hocker. Auch meine Erinnerungen sammle ich, denn überall, wo ich gelebt habe, habe ich Tagebuch geführt und sowohl meine visuellen Eindrücke als auch meine Gedanken und emotionalen Zustände festgehalten. Über Bewegungsmelder setzt das Publikum diese Ventilatoren der verschiedensten Machart und Stilrichtung, die auf den Hockern in meinen alten Schuhen anmarschiert kommen, raschelnd, rauschend, knisternd, reißend, brummend und dröhnend in dramatische Klang- und Schattenbewegung versetzt. Raumbezogen angeordnet erzeugen sie zusammen die Anmutung von etwas Wesenhaftem.
    Es entsteht ein optisches und akustisches Grundgewebe, in das eine Improvisation für Solo-Saxophon eingeflochten werden kann, die abwechselnd unter, über, neben und zwischen dem Grundklang auftaucht. Alle in der Installation verwendeten Schuhe wurden von mir an verschiedenen Orten der Welt gekauft und getragen. Sie kennen sich aus in Berlin, London, Paris, New York, Tepoztlán, Istanbul, San Francisco, Cheltenham, Münster, Osnabrück, Moskau, Madrid, Cluj, Hamburg, Bremen, Salamanca, St. Petersburg, Selk, Oaxaca, Mexiko City, Zaragoza, New York, Hackensack, Tabór, Budapest, … und sie erinnern sich an das, was ich vergessen habe.

    Gisela Weimann, Berlin 7-7-2010

  4. Nur noch bis Sonntag zu sehen, lese ich gerade, na dann mal los und schnell hin! Sonnige Grüße von La Pep.

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