Berlin-Woman erinnert sich an die Fotografin Sibylle Bergemann

Als der Lehmstedt Verlag im Frühsommer 2010 im Babylon das Buch „Sibylle. Modefotografien 1962-1994“ vorstellte, habe ich, als fast einzige West-Frau im Publikum, Sibylle Bergemann zum ersten Mal live erlebt. Ich kannte ihre Fotos bereits, zum einen durch ein Wochenendseminar zum Thema Modefotografie zu Beginn der 90er Jahre bei Dorothea und Roger Melis und zum anderen durch die DDR-Modezeitschrift Sibylle, mit der ich mich zur Wendezeit 1989/90 in einem Seminar zu DDR-Frauenzeitschriften im Fachbereich Publizistik an der FU Berlin als Studentin beschäftigt hatte. Anlässlich des Todes von Sibylle Bergemann in der letzten Woche habe ich mir meine Sibylle-Zeitschriften nochmals aus dem verstaubten Ordner im Regal geholt. Die letzte, die ich habe, ist die Nr. 2 von 1995 und ich glaube, danach war auch Schluss mit der Sibylle. Sie hat leider den Sprung in den gesamtdeutschen Medienmarkt nicht geschafft. In jener Ausgabe hat Sibylle Bergemann den Modesommer ’95 wunderbar leicht unter dem Titel „une femme“ in Szene gesetzt. Die Berlin-Woman Sibylle Bergemann wurde 1941 in Berlin geboren und entdeckte hier auch ihre Leidenschaft für die Fotografie.  Nach der Wende war sie in der ganzen Welt für Fotoreportagen unterwegs. Am 10.11. zeigte das Babylon den ARTE-Film Mein Leben: Die Fotografin Sibylle Bergemann. In der Ankündigung war noch eine Premiere mit der Fotografin angezeigt.  Leider konnte die Protagonistin die Premiere ihres Films nicht mehr miterleben.  Aber ihre Fotografien bleiben in unseren Köpfen.

Fotos von Sibylle Bergemann

Agentur Ostkreuz

5 Gedanken zu „Berlin-Woman erinnert sich an die Fotografin Sibylle Bergemann

  1. Ja, vor allem die Macherinnen der Sibylle wollten die Mode in einem anderen „Licht“ darstellen. Und sie hatten dafür Raum in dieser Zeitschrift.
    Für mich war die Wendezeit deswegen auch besonders spannend, weil ich gerade durch Projekte im Studium ganz nah dran war am Mediengeschehen zwischen damals Ost- und West-Berlin.

  2. Danke, la Peperonata, für den Insiderbericht. Die Sibylle war eine hochinteressante Modezeitung mit anspruchsvollen Beiträgen und Fotografien. Schade, dass es sie nicht mehr gibt. In der DDR galt ja ein anderes Modeverständnis, weniger als Konsumprodukt und mehr als Alltagsdesign.

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