Berlin Woman spricht mit der Direktorin des „Institut francais“, Carine Delplanque

Carine Delplanque im Pressegespräch, Foto: Berlin-Woman *

Carine Delplanque ist eine Berlin-Woman.

BW: Bonjour, Dr. Madame Delplanque, was verbindet Sie mit der deutschsprachigen Kultur?

CD: Ich habe schon immer für die deutsche Sprache geschwärmt. Nach meiner Arbeit als Kulturreferentin für das Studentenwerk in Toulouse hat mich das französische Außenministerium 2005 nach Innsbruck entsendet. Das war mutig. Ich scherze immer, dass meine Kinder, deren Vater ein Schriftsteller aus Togo ist, die ersten „schwarzen Tiroler“ auf den Skipisten waren.

BW: Wie sind Sie nach Berlin gekommen und was halten Sie von unserer Stadt?

CD: 2008 standen Rabat, Rom oder Berlin an. Es wurde Berlin, was mich sehr freut. Denn Deutschland und Berlin sind auf ihre Art sehr modern. Paris ist ein Museum, Berlin ist eine Baustelle. Hier bewegt sich was. Dieses Jahr feiern wir das 60. Jubiläum des Instituts. Dazu möchte ich den Satz von Klaus Wowereit entsprechend ummünzen: In Berlin den 60. zu feiern ist sexy und viel besser, als in Cannes mit Meeresblick.

BW: Sie sind die erste Direktorin am Institut francais. Sind Sie Avantgarde?

CD: Ich bin so etwas wie eine französische „Klischee-Woman“: Eine Alleinerziehende mit Mischlingskindern und Karrierefrau. Ich möchte gerne Vorbild für junge Frauen sein. Meine Berufung an das Institut könnte ein Signal dazu sein.

BW: Was sind Ihre Pläne für die französische Kultur und Berlin?

CD: Es gibt viele Projekte. Im September hatten wir die Jubiläumsfeier mit 600 Gästen. Es gab ein Tanzfestival, das das ganze Haus pulsieren ließ. Und eine Ausstellung zum Thema „Archiv“, die wir in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Deutschlandfunks konzipiert haben. Das Thema Tanz habe ich hinzu gewählt, weil auch der Körper ein Archiv ist, er trägt die Spuren der Zeit. Bei der „Nacht der Poesie“ kamen 500 Besucher/innen. Das werden wir wiederholen. Und in Berlin leben 300 französische Künstler/innen. Die jungen Kreativen spüren, dass die Stadt keine Komplexe hat. Hier experimentiert man, geht hinaus und schaut, was los ist. Das Institut bietet den Künstler/innen eine Plattform, um sich mit der deutschen Kultur zu mischen. Ich appelliere an ein Publikum, das mit unseren Themen wächst. Wir haben gute Voraussetzungen, unsere Besucher/innen sind vom Status und Alter her sehr gemischt. Man kooperiert zwar in Wirtschaft und Politik, aber die deutsche und französische Zivilgesellschaft kennt einander nicht so gut. Wir machen wöchentlich zwei Veranstaltungen zu allen Kunstsparten. Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern und Großveranstaltungen, z.B. dem internationalen Literaturfestival, der Jazzwerkstatt, dem DAAD. Zum „Herbst der Fotografie“ stellen wir mit dem Willy Brand-Haus IZIS aus, einen Pariser Fotografen mit jüdischer Abstammung. Für seine Familie war das ein großer Schritt. Last but not least: Wir renovieren und eröffnen im Frühling das „Café litéraire“. Dann gibt es ein Stück Champs-Elysée auf dem Berliner Kudamm.

BW: Wie schön. Merci beaucoup Madame Delplanque und à bientôt im Institut francais.

Institut francais in Berlin

Izis, Paris der Träume

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