Im Bücherregal von Berlin-Woman: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron

Berlin-Los Angeles

Herbstlicher Sonnenaufgang über Berlin-Kreuzberg, Foto: Berlin-Woman

Kennen wir das nicht alle: der Wecker klingelt, wir stehen auf. Und plötzlich sehen wir über Berlin einen unglaublichen Sonnenaufgang. Oder wir eilen zum Büro, auf einmal steigt uns Grasduft von der Grünanlage in die Nase. Die Welt in Gold-Rosarot oder würzig duftend, verzaubert sie unsere Sinne. Das ist der Moment, in dem sich die Künstler/in in uns meldet. „Alles Humbuk. Ich muss zur Arbeit, ich muss meine Kinder abholen, ich muss zum Amt, ich muss zur Autoinspektion, ich muss zum Supermarkt“, vertreiben wir diesen kostbaren Augenblick.

Es ist aber gerade unsere Künstler/in, sprich: unsere Kreativität, die Lebensenergie spendet. Um sie besser zu nutzen, hat die US-Autorin, Filmregisseurin und Kreativ-Coacherin Julia Cameron – nicht zu verwechseln mit der britischen Namensvetterin und Fotopionierin – eine Methode entwickelt. Es sind einfache, aber wirksame Praktiken, die jede/r für sich oder in der Gruppe ausüben kann. Täglich geschriebene Morgenseiten, wöchentliche „Verabredungen“ mit sich selbst, Wunschlisten, Erinnerungs- und Affirmationsübungen eröffnen den Zugang zum kreativen Selbst.

Der Bestseller „Der Weg des Künstlers“ ist vor mehr als 20 Jahren erschienen und in verschiedenen Sprachen übersetzt worden. Nicht alles überzeugt, denn Cameron appelliert an die amerikanische Mentalität. So klingen die Erfolgsgeschichten ihrer Klient/innen allzu glatt, auch ist ihre häufige Beschwörung des „großen Schöpfers“ (gemeint ist Gott im weitesten Sinne) nicht erforderlich. Liest man jedoch darüber hinweg, kann das Buch tatsächlich helfen, selbst auferlegte Blockaden, Ängste und Zwänge zu überwinden. Man lernt sich neu kennen, optimiert seinen Selbstwert, sein Wohlgefühl und seine Schaffenskraft. Und das gilt für Profis wie für Kunstaffine und -begeisterte.

Unsere Berlin-Woman: Klodia Wise hat in Montreal ein Cameron-Seminar absolviert und schwört auf die Methode. In den nächsten 12 Wochen wird sie uns jeweils einen Themenbereich vorstellen. „Das Ziel der Kunst ist nicht ein veredeltes, intellektuelles Destillat – es ist das Leben selbst, intensiv und brillant“ zitiert Cameron einen Schriftstellerkollegen. In diesem Sinne wünscht Berlin-Woman allen Leser/innen eine gute und lebenswerte Woche!

Der Weg des Künstlers







4 Gedanken zu „Im Bücherregal von Berlin-Woman: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron

  1. Liebe Sabine Kamp, vielen Dank. In Marokko gibt es mittlerweile XXs-Kooperativen unter den Beduinen. Die XYs machen die Wüstentouren, die XXs machen Touren und zeigen das tägliche Leben. Ich möchte unbedingt einmal so eine Beduininnen-Reise machen. Denn sonst sind die XXs wenig im öffentlichen Leben zu sehen. Sie sind Herrinnen im Haus und haben ihre eigenen Netzwerke.

    Viele Grüße von Berlin-Woman

  2. Saluti, salut und hello liebe Peperonata, die Cameron-Methode, die garantiert sektenfrei ist, funktioniert. Und zwar genau in der Intensität, die man gerade braucht. Ich habe damit Berlin-Woman auf den Weg gebracht. Ohne den Cameron-Input hätte ich nie den Mut und die Ausdauer entwickelt, den es für den Blog braucht.

    Von daher, thanks a lot to Julia Cameron!

  3. buongiorno aus dem zug von frankfurt nach berlin, ich freue mich schon auf die beiträge zu Julia Cameron. im morgenland habe ich nach einem tipp von berln-woman schon begonnen mit der methode der „morgenseiten“. das funktiioniert prima + bringt die kreativität in gang … saluti dalla peperonata.

  4. Hallo,
    schöner Bericht, ich spüre fast den heißen Sand durch meine Wollsocken. Habt ihr auch Kontakt zu einheimischen XXs und wie gestaltet der sich?
    Noch eine erlebnisreiche Zeit dort wünscht euch
    Sabine

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