Berlin-Woman über Hellas-Woman

Sappho, neugriechische Briefmarke

Kein Zweifel, Berlin ist die Stadt der kreativen XXs. Und der Name „Berlin-Woman“ ist nur mit „LA-Woman“ zu toppen, oder? Er zergeht einfach auf der Zunge. Probiert es mal mit anderen, z.B. „Wanne-Eikel-Woman“, ja selbst „Paris-, oder Tokio-Woman“ kommen nicht so gut. Trotzdem, es gibt auch woanders kreative XXs,  z.B. am Urlaubsort von Berlin-Woman, im fernen Hellas, genauer: auf der Geburtsinsel von Sappho.

Sappho, die berühmteste antike Dichterin (*vor 600 v. Chr.), wurde in Mythilini auf Lesbos geboren. Ihre Zeitgenossen lobten sie als „veilchenlockig, hehr und süßlächelnd“. Sie verfasste Götterhymnen, Hochzeits- und Liebeslieder, ihr Versmaß wurde Vorbild für viele Oden. Sappho versammelte einen Kreis von Schülerinnen und Freundinnen um sich. Die gebildeten XXs jener Zeit führten ein gesellschaftlich sehr eigenständiges Leben. Sie studierten die Poesie, Philosophie und Musik und gaben ihr Wissen an Jüngere weiter.

Sapphos Lyrik ist bildhaft und leidenschaftlich. Hier eine Kostprobe: „Göttin der Liebe! Empfange mein Blumengebinde. Komm und erscheine uns. Fülle die goldenen Schalen. Mische mit Nektar den Wein und schenke uns eine himmlische Freude.“ (Auszug aus dem Gedicht „Aphrodite“). Für unsere Ohren klingt das recht abgehoben, aber damals, insbesondere in den späteren prüderen Zeiten der Antike kritisierte man Sapphos Direktheit und Unverblümtheit.

Sappho war mit einem reichen Kaufmann verheiratet, hatte eine Tochter und soll sich der Sage nach aus unerfüllter Liebe vom Leukadischen Felsen gestürzt haben. Heute ist sie Sinnbild für die Emanzipation in Hellas und anderswo.

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