Berlin-Women: Effi Briest

Hanna Schygulla als Effi Briest, Filmplakat

Effi wird buchstäblich von der Schaukel geholt, um mit einem sehr viel älteren Mann, Baron von Instetten verheiratet zu werden. Das Paar zieht in eine Stadt in Hinterpommern. Das nordöstliche Temperament sagt der jungen, lebendigen Frau nicht zu. Nur Rollo, ihr treuer Hund, und Alonzo Gieshübler, der seelenvolle Apotheker, lenken von ihrem eintönigen Dasein ab. Effi rutscht in eine Affaire mit Major von Crampas hinein, läßt sich treiben, findet weder zu einem „Ja“ noch zu einem „Nein“. Erst die Berufung ihres Mannes ans Ministerium in Berlin setzt dem ungewollten Spiel ein Ende, Effi wird zur Großstädterin. Doch das Glück währt nur einige Jahre, Instetten entdeckt die Liebesbriefe von Effi und Crampas, fordert diesen zum Duell, tötet ihn und verstößt seine Frau. „Dabei habe ich Crampas noch nicht mal geliebt“, sagt Effi. Sie fristet ein kümmerliches Dasein in einer kleinen Wohnung in Berlin, bis die Eltern sie nach Hause zurückholen. Dort schaukelt sie wieder und stirbt bald an „gebrochenem Herzen“.

Der Roman von Theodor Fontane, der 1894 erschien und als hochmodern galt, wurde mehrfach verfilmt, u.a. 1974 meisterhaft von Rainer Maria Fassbinder. Die Rolle der Effi spielte Hanna Schygulla, die Muse und Lieblingsdarstellerin von Fassbinder. Ihre langsame, seltsam verzögerte Art zu Sprechen, ihre Schönheit und ihre ausgesuchten Rollen machten die Schygulla zum Star. Mit ihrem Ruhm geht die Schauspielerin heute ganz souverän um. Immer wieder ist die Wahlpariserin in unserer Hauptstadt, so auch aktuell mit einem Lieder- und Chansonprogrogramm.

Effi Briest

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