Berlin-Woman läuft Marathon. Ein Insiderinnen-Bericht, 2

Kasia Erhardt, Marathon-Woman, Foto: K.E.

Am Sonntag, den 26. September 2010 war Berlin Marathon. Kasia von KSIA, Berlin-Woman-Bloggerin und leidenschaftliche Läuferin mit der persönlichen Bestzeit von 3:57:13 war mit von der Partie. Sie gibt uns ausführlich Bericht über den Marathon und ihr persönliches Lauferlebnis. Danke, Kasia, und congratulations!

Kasia Ehrhardt

42,195 km sind eine ganz beachtliche Distanz, vor allem, wenn man sie laufend überwinden möchte. Wenn man dabei noch von einem kühlen Dauerregen benieselt wird, steigert sich die gefühlte Distanz. Bevor es zum Laufen kommt, finden in Berlin erst mal ein paar andere Veranstaltungen statt.

Das Marathon-Wochenende beginnt am Samstag mit einem Kinderlauf über ein Zehntel der Marathondistanz (ca. 4,2 km) und den tapferen Inlineskatern, die die ganze Marathondistanz angehen. Schon ab Donnerstag, kann sich das internationale Publikum in den beeindruckenden Weiten des ehemaligen Flughafens Berlin- Tempelhof reichlich mit neuen Laufklamotten, Schuhen, Socken, Riegeln und Gels eindecken, die Startunterlagen abholen und Carboloaden und Pasta in sich reinschaufeln.

Dann am Sonntag morgen: viele sportliche Menschen mit weissen Kleiderbeuteln sitzen in U- und S-Bahnen auf den Weg zum Reichstag. Dort ist ein grosses Areal nur für die Teilnehmer/innen eingezäunt. Ich schlage mich durch das bunte Gewühl zum Zelt für die Kleiderbeutelabgabe. Dann schnell eine hellgrüne Plastiktüte überziehen und auf die Straße des 17. Juni. Dort stehe ich in der Läufermenge rum und warte auf die Startschüsse. Irgendwann schiebt sich die Masse in Richtung Siegessäule, es bleibt recht eng.

Bei Kilometer zwei sind schon beide Füsse nass. Weiter gehts auf der Panoramatour durch Berlin. Spätestens nach der Halbmarathondistanz befinde ich mich in einem Tunnel, achte kaum noch auf die Aussenwelt, konzentriere mich nur auf mich und das Laufen. Leider werde ich immer wieder herausgezogen, um kleinen Seen, die sich auf den Strassen bilden und anderen Läufern auszuweichen und mich außerdem an den Verpflegunsgstellen zu behaupten.

Das Tunnelgefühl ist meine Montivation für jeden nächsten Marathon. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass am Streckenrand Zuschauer stehen, die uns anfeuern und unterstützen. Bei diesem Regens trauen sich nur die Mutigsten raus. Trotzdem – je näher ich dem Ziel komme, um so mehr Zuschauer sind zugegen. Und dann ist man auch schon fast da, Unter den Linden und kann das Brandenburger Tor, das doch noch ewig weit weg schien, durch den Dunst hindurch sehen. Ich nähere mich recht schnell dem Tor und laufe hindurch zum Ziel, das jetzt nur noch 400 Meter, oder knapp ein Hundertstel der Gesamtstrecke, entfernt ist.

Diese letzten Meter sind für mich die schönsten. Nachdem ich das Ziel erreicht habe, warte ich ein wenig in der dampfenden Menge, um meine Medaille entgegen zu nehmen und mich wieder in die hellgrünen Hitzedecken einzuwickeln. Dann beginnen die Schmerzen, langsam geht es zu den Kleiderzelten und für mich direkt in die Bahn nach Hause. Geschafft!

3 Gedanken zu „Berlin-Woman läuft Marathon. Ein Insiderinnen-Bericht, 2

  1. Liebe Kasia, ich habe heute nochmal mit einer Marathonläuferin gesprochen und sie hat mir als Frischling geraten, dass ich mich für den Halbmarathon im April in Berlin schon mal anmelden soll, damit ich ein Ziel habe, auf das ich über den Winter hin trainiere. Weißt Du wo ich das bis wann machen kann?
    Gruß von der PEPERONATA

  2. Dass die letzten Meter die schönsten sind, habe ich auch gesehen, ohne mitgelaufen zu sein. Ich stand UNTER DEN LINDEN/ Ecke CHARLOTTENSTR. und die Mehrheit der Läufer/innen, die dort zwischen 12:15 und 13:30 Uhr um die Ecke gebogen kamen, strahlten und klatschten und jubelten teilweise auch lauthals. So fühlt sich das also an, dachte ich, wenn XXs und XYs den inneren Schweinehund überwunden und durchgehalten haben.
    Ich ziehe den Hut vor allen Teilnehmer/innen!
    Ich bin wirklich schwer am Überlegen, ob ich nächstes Jahr nicht doch …

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