Berlin Woman spricht mit der Sängerin und Schauspielerin Betty Vermeulen

Berlin-Amsterdam

Betty Vermeulen in Concert, Foto: Erika Barbély
BW: Betty, wie schön, dass du dir Zeit genommen hast, du kommst ja gerade von deinem Wiener Engagement beim Musical „The Full Monty“ (Ganz oder gar nicht), wirst noch mal vom 7.-24. Oktober in München spielen und ab November mit „Jeckyl & Hide“ auf Tournee gehen. Heute erzählst du uns von dir, von deinem Werdegang als bekannte Musical-Sängerin und Band-Sängerin. Wo bist du geboren und wie bist du zur Musik gekommen?

BV: Ich bin Flämin und habe als junge Frau die holländische Staatsbürgerschaft erworben. Schon als Kind habe ich gesungen, dann ab dem 12. Lebensjahr eine Ausbildung an verschiedenen belgischen Musikakademien gemacht und ab dem 16. Lebensjahr in einem Fulltime-Ausbildungsprogramm, mit Musiktheorie, Sprechunterricht, Poesie und Prosa, klassische Gitarre und Klavier und klassisches und Jazz-Ballett. Mit 19 kam ich zur Gruppe „Teach Inn“, die damals den Grand Prix gewonnen hatte. Acht Jahre lang habe ich mit der Band und anderen Gruppen getourt. Wir waren oft in der legendären Sendung „Musikladen“ vertreten.

BW: War dir immer klar, dass du Sängerin werden wolltest?

BV: Ja, ich habe von Anfang einer Gesangs-Karriere angestrebt. Aber es war gar nicht unbedingt die Band. Ich wollte auf die Bühne, deshalb spielte ich auch für Theater und kam 1991 zum Musical „les Misérables“, wo ich zuerst die Rolle der Fantine, später dann Mme Thenadier übernommen habe.

BW: Was ist dein Schwerpunkt und wie ist das mit dem Lampenfieber, hast du das noch?

BV: Ich bin in der Comédie zu Hause. Dazu muß man jedes Mal auf der Bühne wieder neu und ganz dabei sein, man muß die Magie zwischen Publikum und sich erzeugen. Das braucht schon Zeit, bis man mit seiner Rolle verwachsen ist. Und ja, ich habe Lampenfieber. Gerade bei neuen Rollen und bei Proben. Es dauert, bis man die Rolle gestaltet hat, bis man sich hinein gefunden hat.

BW: Wie ist das in der Musical-Community? Wie geht ihr miteinander um, wie haltet es ihr mit Freundschaften untereinander und welche Rolle spielt die Konkurrenz?

BV: Die Musical-Gemeinschaft ist wie eine große Familie. Es gibt Kolleg/innen, die man wie Cousinen und Cousins ab und zu trifft. z.B. beim Vorsingen. Man muß lernen, zwischen Arbeit und Freundschaft zu trennen. Natürlich rangelt man um Rollen, aber die Kollegialität geht vor. Wir werden ja andauernd beurteilt, wir kennen die Stärken und Schwächen von jedem. Ab und zu muß man schlucken, weil der/die andere die Favoritenrolle bekommen hat, aber wir gönnen es uns auch gegenseitig.

BW: Was sind deine aktuellen Pläne, gilt bei dir „Musical for ever“?

BV: Ich werde immer auf der Bühne stehen. Aber ich bin „alt und weise“ genug zu wissen, dass mein Lebensglück nicht davon abhängt. Genauso wichtig sind mir meine Freunde, „meine Menschen“. Vor drei Jahren habe ich mit dem Pianisten und Komponisten Marijan Lux ein Duo gegründet. Wir haben ein tolles Programm mit neu arrangierten Coversongs und eigenen Stücken. Unsere Musik ist eine Mischung aus Weltmusik, Chansons, Country und Balladen. Es ist Musik für die Seele. Gerade haben wir unsere CD mit 12 Songs herausgebracht, darunter ein Stück, das ich vor 13 Jahren in New York mit Dave Kincaid von „The Brandos“ aufgenommen habe.

BW: was wünschst du dir musikalisch und überhaupt?

BV: Leute, die schöne Texte schreiben, bitte bei mir melden! Und ich möchte mich mit meiner Band gerade in Berlin noch mehr etablieren. Wir hatten hier schon ein paar schöne Konzerte und Auftritte, und das möchten wir weitermachen.

BW: Vielen Dank, Betty und toi, toi, toi für deine ganzen Vorhaben.
Website und Musik von Betty Vermeulen

Ein Gedanke zu „Berlin Woman spricht mit der Sängerin und Schauspielerin Betty Vermeulen

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