Eine neue Kunst für Berlin! Berlin-Woman besucht das „Direktorenhaus“

Berlin-Mitte

Man muss etwas suchen, um das „Direktorenhaus“, ein historisches Verwaltungsgebäude, auf dem Gelände der Berliner Wasserwerke an der Spree zu finden. Aber dann ist da der mehrstöckige Bau mit der elegant- geschwungenen Holztreppe. Und bevor man: „Schon wieder ein Kunsthaus“ denken kann, steht Pascal Johannsen vor uns und begeistert für seine Ideen, die er gemeinsam mit seiner Partnerin Katja Kleiss und mit der Unterstützung von Sponsoren durchführt.

Die Leidenschaft des ausgebildeten Juristen und überzeugten Ästheten ist die sogenannte „angewandte Kunst“: Buch- und Glaskunst, Keramik, Design, Mode, Fotografie und neue Technologien. Ihnen widmet er seit 2006 das alljährliche „illustrative Festival“ und das „Journal of applied arts“, das seit 2009 vier bis sechs Mal im Jahr erscheint. Seit Juni 2010 gibt nun das „Direktorenhaus“ „illustrativen Künsten“ ein Berliner Domizil. Ausstellungen, Events, Festivals, Präsentationen, Konferenzen, Aufführungen, Lesungen und Performances stehen mehrmals wöchentlich auf dem Programm. Am 23. September wird die obere Etage mit einer kompletten künstlerischen Neugestaltung eröffnet, 5.-7. November gibt es ein Festival zu neuen Reproduktionstechnologien.

Am Donnerstag Abend bespielten mehrere Installations- und Performancekünstler/innen unter der Leitung der Kuratorin Ariane Blankenburg die noch unrenovierte, obere Etage. Die interaktive Fotoinstallation mit sehr jungen und sehr nackten XXs oder der experimentelle Auftritt einer maskierten Band in Diskolicht bilden einen harten Kontrast zu den ständigen und durch und durch gestylten Räumlichkeiten im zweiten Stock. Hier sieht man von Designer/innen und Künstler/innen eigens entworfene Tapeten und Wandmalereien. Berlin-Woman verliebt sich sofort in die kreisförmigen Schwarzweißornamente von Lorenzo Petrantoni, die aufgemalte und sich real drehende Scheiben miteinander kombiniert. Auch fasziniert sie das Holzgerüst unter der Flurdecke, das an einen Kathedralenbau erinnert. Eine genussvolle Mischung aus Jugenstil- und Art-Deco-Ästhetik mit dem Zeitgeist von 2010.

Das „Direktorenhaus“ ist Plattform für die Kreativbereiche, die normalerweise Auftrags gebunden und im Schatten der freien bildenden Kunst stehen. Traditionell gelten sie als die „weiblichen“ Künste. Hier nun sind sie Auftrags frei und losgelöst aus den traditionellen Hierarchien zu sehen und zu erleben. Damit ist Berlins Kunstszene um einen sehr innovativen Ansatz reicher. Berlin-Woman drückt die Daumen für das ambitionierte Untrnehmen!

Direktorenhaus, Am Krögel 2, 10179 Berlin

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