Wäre ich Frau Kachelmann – Berlin-Woman über den Skandal von Jörg K.

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Der Meterologe schaut sinnend in den Himmel, aufmerksam prüft er die Wolken, feinfühlig misst er den Niederschlag, die Temperaturen, die warmen und kalten Strömungen. Wenn er regennass nach Hause kommt, braucht´s keinen Vitamin-Drink, sondern einen warmen Ofen und warme Puschen.

Der Meterologe besitzt Wetterstationen, im Süden, Norden, Osten und Westen. Die Witterung ist in diesen Regionen ja grundverschieden, das muss richtig gemessen sein. Wo kämen wir sonst hin?

So hat es auch der Wetterforscher Jörg Kachelmann gehalten. Und er hat sich von der eigenen Wetterstation zur eigenen Produktionsfirma, vom Fernsehmeterologen zum Moderator katapultiert. Mit seinem Teddybär-Image, das sich, als es nicht mehr nötig war, in ein schlampertes Single-Mann-Styling „renderte“. Wir haben das hingenommen, und seine – die Presse zählt bis zu zwölf – Freundinnen, Geliebten und Exen. Kachelmann ist von Station zu Station, von Puschen zu Puschen geeilt. Das will koordiniert werden. Wo kämen wir sonst hin?

Irgendwann hat das System nicht mehr funktioniert, Wetterunbeständigkeiten inbegriffen. Eine Persönlichkeit, die wie der Kachel-Mann, alles messen, kontrollieren und steuern muss, ist da nur zu einer Reaktion in der Lage: Wut bzw. Agression gegen die Störfaktoren. Selbst gegen XXs, die ihn womöglich ehrlich geliebt haben.  Und wenn´s denn sein muss, auch mit einer Waffe.  Aber das wissen wir ja noch nicht sicher.

Was tun mit einem Promi, der dermaßen „out of order“ geraten ist? Wie die Situation händeln, wie weiteren Schaden vermeiden und die mediale Schlammschlacht eindämmen? Wäre ich Frau Kachelmann, würde ich für eine intensive therapeutische Betreuung des „Mannes an meiner Seite“, für seinen sozialen Einsatz, in einem „Frauenhaus“ oder einer Einrichtung gegen „häusliche Gewalt“, plädieren. Und die „Opfer“? Ihnen würde ich sagen: Hütet euch vor XYs, die euch den „Himmel auf Erden“ versprechen. Oft haben sie den Kopf in den Wolken, aber nicht die Füße auf dem Boden.

Wer hat Angst vor Jörg Kachelmann?

2 Gedanken zu „Wäre ich Frau Kachelmann – Berlin-Woman über den Skandal von Jörg K.

  1. Sehr geehrte Frau Schwer-Eisermann,
    gottseidank leben wir in einer Demokratie, in der es nicht: „einfach mal den Mund halten“ heißt. Im Gegenteil sind wir als mündige Bürger/innen dazu aufgefordert, über Fälle wie Jörg Kachelmann nachzudenken und laut zu reflektieren. Die Reihe setzt sich endlos, ja bis zu Bill Clinton, fort. Hier geht es nicht um den Skandal an sich, sondern darum, wie so etwas entstehen kann, welche Rolle die Medien, die Öffentlichkeit und die Gesellschaft spielen. Ich vertrete die Überzeugung, und mit dieser stehe ich auch zu meinem Artikel, dass das gesellschaftliche System solche „Geschichten“ produziert und auch dafür verantwortlich zu machen ist. Außerdem geht es mir immer um „den Menschen an sich“, also auch um die Betroffenen. Ich habe die „Opfer“ bewußt in Anführungszeichen gesetzt, da wir gar nicht wissen können, ob sie aktiv oder passiv waren. Der Blog „Berlin-Woman“ hat die kreativen und gesellschaftlichen Leistungen von XXs zum Thema, und gewiß sind unsere Protagonistinnen und Leserinnen keine „Opfer“. Unsere kleine Debatte zeigt, dass es bei Kachelmann & Co. um „mehr“ geht, als seine 100.000 Freundinnen. Und das ist gut so!

    Mit besten Grüßen verbleibt Dr. Carola Muysers alias Berlin-Woman

  2. habe Ihr Statement (wie so viele andere inzwischen) zum Fall Kachelmann gerade gelesen und möchte Ihnen hier folgendes mitteilen:

    Wenn man eine Person nicht persönlich kennt und bei einem Ereignis oder sogar einer vermeintlichen Straftat nicht selbst dabei war, sollte man schlicht und ergreifend:

    “Einfach mal den Mund halten !!“

    Viele Grüße
    Nicole Schwer-Eisermann

    PS:
    Mir ist es sowas von egal, wieviele Freudinnen und Ex
    Herr Kachelmann hat. Und wenn es 100000000000000 sind!
    Und das sollte es Ihnen und allen, die sich jetzt im Vorfeld und Verlauf des Prozesses so weit aus dem Fenster lehnen, auch sein. Und übrigens: Frauen sind nicht immer die Opfer!

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