Socken statt Fussball WM 2010, Berlin-Woman über ein Grundsatzproblem

Berlin-Kreuzberg und anderswo

Single-Socken. Foto: Berlin-Woman

Während alle anderen johlend die Straße herunter braten, weil Deutschland 4 Tore, 4 Tore gegen Australien (!) schlägt sich Berlin-Woman mit was ganz anderem herum. Es ist ein Everyday-Problem, das auch die, oder gerade die auf der Straße kennen müßten: Man/n besitzt etwa 7 Paar Socken, die bei den aktuellen Temperaturen nicht getragen werden. Somit kann man sich endlich wieder einen Überblick über die ganze Sockenwirtschaft verschaffen. D.h. Socken sammeln, waschen und in Netzen, Boxen, Behältern oder im Schrank deponieren. Halt, das Aufrollen nicht vergessen. Macht ihr das links oder rechts rum? Berlin-Woman rollt immer rechts rum und hasst, hasst dabei leidenschaftlich. Das kommt gleich hinter Mon-Chérie-geschenkt-bekommen, Steuer machen oder Fensterputzen.

Wer einen XY in der Nähe hat, der/die müsste auch das kennen: Schwarz, Schwarz und noch mal Schwarz. Was für eine erschlagende Farbenpracht! Da macht das Socken-Waschen, -Trocknen und -Legen doch gleich noch mal so viel Spass. Gar nicht zu reden vom anschließenden Sortieren des Fuß-Dressings! Wer ein Augenmensch ist, kann zudem das gesamte Spektrum der nächlichen Farbe ergründen: das Tiefschwarz der Neuankömmlinge, das Angegraute der Alteingesessenen und das ins Grauweiß Changierende derjenigen, die kurz vorm Abtritt stehen.

Die Bündchen meinen´s nur gut, sie tragen zu einem harmonischen Socken-Verkuppeln bei. Hier, der ausgeleierte passt zu dem, und da, der schmale hat seinen schmalen Gefährten gefunden. Dort ist der breite, und da ist auch schon das Loch …

Wir sind beim Meistbeschriebenen und -beklagten des Socken-Managements angelangt: der Single-Socke. Da liegt sie, einsam und allein, leer und ihres Sinns beraubt. Schweigend, depressiv und vorwurfsvoll fristet sie ihr Dasein. Verdammt, wo ist das Pendant? Die gesamte Dunkelwäsche war doch in der Maschine, da kann eigentlich nix verloren gegangen sein. Denkste, denn beim Waschen kommt es auch mal zu ungewöhnlichen Liebschaften. So ermächtigt sich der Bettbezug einer Socke und verschlingt sie voller Leidenschaft. Oder die Waschmaschinetrommel kann sich von der Socke nicht trennen und saugt sie gierig ein. In der Regel bedeutet das das Aus für die andere Socke. Denn Socken sind sehr, sehr treu. Selten finden sie einen zweiten, geschweige denn dritten Socken-Abschnitts-Gefährten. Der soziale Abstieg in die Putzlumpen-Sektion ist gewiß, Vernachlässigung und Verwahrlosung drohen.

Das Allerschlimmste aber kommt zum Schluß dieser hochwissenschaftlichen Abhandlung. Es ist das Traurigste und Schrecklichste, was einem in der Socken-Galaxie widerfahren kann. Es ist die höchste Strafe des Socken-Herrgotts bzw. des Socken-Teufels. Also, das Übelste sind zwei Socken, die zueinander gehören aber nicht mehr zueinander passen. Die z.B. in unterschiedliche Waschfuhren geraten sind, dort eine andere Sozialisation erfahren haben und nun zwangsweise wieder gematcht werden sollen. Der eine ist aber größer, blasser, verfärbter oder weiter als der andere geworden, und ohne dass sie´s gemerkt haben. Socke schreckt auf: „Was, wir sollen mal ein Paar gewesen sein“?

Die Socken sind Spiegel unsererselbst. Sie lassen uns erkennen, wer wir wirklich sind. Zeige mir deine Socken und ich sage dir …

Wer weiss, wie man dieses Socken-Problem in den Griff bekommt? Eure Tipps sind gefragt. Bitte klickt auf „Kommentare“ unten rechts, schreibt in das Textfeld und ab die Post. Berlin-Woman ist schon sehr gespannt auf eure Ratschläge.

8 Gedanken zu „Socken statt Fussball WM 2010, Berlin-Woman über ein Grundsatzproblem

  1. Die Einzelsocken sind verstärkt in Berlin anzutreffen. Das hat wohl mit der hier weit verbreiteten Single-Kultur zu tun, der sich die Socken, werden sie in der Waschmaschine nicht auseinander gerissen, einfach anschließen möchten. Sie wollen „up to date“ sein. Dass sie damit ihre Existenz gefährden, ist ihnen vielleicht nicht so klar. Vielleicht sollten wir mal ein Socke-sucht-Socke-Treffen machen, zu dem sich ganz neue Paare bilden könnten. Also ich matche auch mal ein schmales Bündchen mit einem breiten, Hauptsache Socke versteht sich.

  2. Wichtiger ist die Frage: wo sind die Einzelsocken ? Ein Thema, welches die Wissenschaft ignoriert – wo treffen sie sich ? Schließlich geht es ja nicht mit physikalischen Gesetzen zu, dass unsereins zum Beispiel rund 20 Einzelsocken hat….

  3. Schrecklich aber wahr, liebe B-W Leser & Carola, da kann man noch so viel Ordnung schaffen, auch das Socken-Chaos ist allgegenwärtig, gerade bei den Single-Socken, die dann nach Aufbewahr auf den anderen hoffen 😉 in irgend einer Ecke 🙂

  4. Lass dich doch davon nicht von den Socken hau’n – das ist der letzte Hort der Anarchie im täglichen Haushaltsleben. ich habe in jedem meiner zwei Haushalte eine extra Schublade für diese Dinger. Das ist die ultimative logistische Herausforderung für das logische Denken eines Mannes, ich muss zugeben, das Socken-Memory bringt mich echt an meine Grenzen. Aber bevor du auch verzweifelst: gönn‘ dir doch zwischendurch ein Häppchen Sockeye Lachs und dazu einen Whisky on the socks.

  5. war auch gerade dabei Socken zu sortieren und paaren…und finde diesen Artikel richtig lustig und sehr realistisch!!! Galarno

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