Himmelfahrts-Preisfrage: Wer findet dieses Café?

Berlin

Foto: Berlin-Woman

Soviel verraten wir: Das Café, das wir besucht haben, ist in Berlin. Nur welches und wo, das müsst ihr herausfinden. Wer´s errät, bekommt einen Preis. Der Gewinn wird noch gepostet.

Zuerst machen wir aber einen Spaziergang, der auch was mit dem Café zu tun hat. Wir gehen durch ein hohes, Efeu beranktes Tor. Das ist Magie, denn sofort ist die Großstadt verschwunden. Bäume, Grün, Blumen, Sonnenflecken und Gießkannen. Ja, richtig, wir sind auf einem Friedhof. Neben den Brüdern Grimm, dem Mediziner Rudolf von Virchow und dem Eisenbahnkönig Bethel Strousberg haben sich hier die Frauenrechtlerinnen Minna Cauer und Hedwig Dohm zu letzten Ruhe gebettet.

Natürlich finden wir ihre Gräber nicht, dafür bewundern wir aber die Mausoleen, die sich so manch ein reicher Berliner vor hundert und mehr Jahren hingesetzt hat. Prachtvoll, leicht angekitscht, mit Figuren, Blumengirlanden, Treppchen und Vorgärten, die an gründerzeitliche Stadtvillen erinnern. So großbürgerlich, wie man damals lebte, wollte man auch begraben sein. Wo nun kein Bedarf mehr an solchen ewigen Ruhestätten besteht, drohen sie zu verfallen. Das hat zu einer bemerkenswerten Initiative geführt. Man kann die Patenschaft für ein Grab dieser Art übernehmen, kümmert sich um den Erhalt und legt sich dort, wenn´s soweit ist, dann selbst zum letzten Schlaf hin. Berlin-Woman wünscht sich eins mit einer kleinen Bank, auf der sie sich jetzt schon mal in die Sonne setzen und an den eigenen Fortgang gewöhnen kann. Hier und da sieht man neue Platten an den Monumenten, schlichte Kreuze oder dort sogar nur noch den auf die Wand gemalten Umriss eines Grabtempels. Eine überzeugende Lösung für diejenigen, denen das Geld zu großen denkmalpflegerischen Akvititäten dann doch fehlte.

Wir kommen an einem eingezäunten Bereich vorbei, an dessem Kopfseite Tonstelen in Form von Fantasiehäusern stehen. Die Gräber sind ja ganz klein, da dreht sich ein Windrad und überall liegen kleine Dinge herum. Kindergräber. Es ist der „Garten der Sternenkinder“, den wir respektvollerweise nicht betreten. Gänsehaut, Tränen runtergeschluckt und schnell zum Café gegangen.

Hier schaltet und waltet eine Berlinerin, die sich mit „ein bisschen Frieden, Nicole“ vorstellt. Nicole ist nicht nur das Herz, sie ist die Seele des Cafés, wo sie u.a. selbstgebackenen Kuchen anbietet. Draußen stehen Bistro-Möbel aus den 60er Jahren, eine Hollywoodschaukel und andere zusammengewürfelte Sitzgelegenheiten. Und drinnen liegen handgestickte Deckchen auf den Tischen, die Wände sind zauberhaft von Meißner Porzellanmalern bemalt und überall ist liebevoll ausgesuchter Schnickschnack. Aus Nachlässen, wie wir erfahren. Wo ist der Ofen? Ach ja, da ist er. Im Obergeschoss des ehemaligen Gärtnerhauses kann man im geschlossenen Kreis Kaffee trinken, wenn´s einem danach zumute ist. Das Café besteht seit 2006 und wurde mit 1.000 Euro Einsatz gegründet. „Es ist“, so sagt Nicole: „für die menschlichen Bedürfnisse gemacht“. Denn sie und ihre beiden Mitstreiter verstehen, worum es geht, sie haben hier einen Ort der Ruhe geschaffen. „Jestänkert wird hinter dem Tor“, bringt es unser herrlich berlinernde Engel auf den Punkt.

Die Preise sind genial, das Publikum ist einmal Berlin und wieder zurück, und Tomatenpflanzen können wir auch gleich mitnehmen. „Bevor ich´s vergesse“, verabschiedet sich Nicole, „wir haben gerade ein Theater um die Ecke auf gemacht“. Aber darüber berichtet Berlin-Woman ein anderes Mal.

Wer hat das Café erraten? Auf den/die wartet der Preis in Form eines … (Fortsetzung folgt)

2 Gedanken zu „Himmelfahrts-Preisfrage: Wer findet dieses Café?

  1. Liebe Carola, das ist das Café Finovo auf dem Alten St. Matthäus Friedhof in Schöneberg. Dieser Ort hat für mich eine besondere Bedeutung. Insofern war es leicht für mich, die Frage zu lösen. Ich liege doch richtig, oder? Liebe Grüße Sigrid

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